Bild: Wanja Hemprich
Wer wird Bielefelds Bürgermeister*in?
Am 14.09. entscheidet Bielefeld, wer als Nachfolger*in von Pit Clausen ins Rathaus einziehen wird. Vor der Wahl haben wir mit Oberbürgermeisterkandidat*innen darüber gesprochen, was sie bewegt, welche Veränderungen mit Ihnen kommen und was es für das studentische Leben in Bielefeld bedeutet.
Dr. Onur Ocak – Die Linke
Im Gespräch mit Duygu Öksüz
„Hol Dir Deine Stadt zurück“ fordert Die Linke von den Bielefelder*innen. Ein Satz der viel Raum für Interpretationen lässt, findet Hertz 87.9 Redakteurin Duygu Öksüz. Wer soll sich die Stadt zurückholen und von wem? Die Forderung sei ganz bewusst so offen gestellt. Die Stadt gehöre vor allem einer arbeitenden Mehrheit der Bielefelder*innen, sei aber gerade in der Hand der Reichen und Unternehmen sagt Oberbürgermeisterkandidat Dr. Onur Ocak. Einen Weg dieses Ziel gemeinsam zu erreichen formuliert Ocak im Interview so:
Foto: Wanja Hemprich
Jasmin Wahl-Schwentker
Im Gespräch mit Wanja Hemprich
„Wenn Ihnen der Kesselbrink nachts Angst macht, besuchen Sie mal tagsüber unsere Grundschulen.“ Diese Worte eines FDP-Wahlplakates empörten in den letzten Tagen viele Bielefelder*innen. Bielefelds marode Schulen seien genauso zum Fürchten wie der Kesselbrink bei Nacht. Ein Vergleich, der sein Ziel nicht weiter hätte verfehlen können, findet Hertz 87.9 Redakteur Wanja Hemprich. Das könnte die falschen Wähler*innen anziehen. Menschen die den Wahlslogan in der Art missverstehen, dass es zu viel Kriminalität von Ausländer*innen an Bielefelder Schulen gibt. Jasmin Wahl-Schwentker sagt dazu im Interview:
Foto: Luise Melchior
Ingo Nürnberger – SPD
Im Gespräch mit Katharina Mollenhauer
Die Universität in das Stadtzentrum holen und damit auch in die Stadtgesellschaft. Das nimmt sich die SPD für die kommenden Jahre vor. Mit der Wissenswerkstadt ist die Stadt einen ersten Schritt dahin gegangen. Ein weiterer Schritt soll das Bielefeld Research und Innovation Center sein. Den Vorhaben der SPD entgegensteht, dass es Bielefeld gerade nicht rosig geht. Offen bleibend, wie 16 Jahre SPD geführte Oberbürgermeisterschaft dazu beigetragen haben, sagt Ingo Nürnberger:
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Lena Oberbäumer – Die Partei
Im Gespräch mit Lea Neikes
„CDU-Verbot jetzt!“ provoziert Die Partei auf einem ihrer Wahlplakate. Aber reicht es immer auf Satire zu setzen oder leidet die eigentliche politische Arbeit darunter, fragt sich Hertz 87.9 Redakteurin Lea Neikes. Dass sie in unserem Interview das erste Mal auf das Plakat angesprochen wurde zeige, dass da viel mehr Wahrheit als Witz hinter stecke, meint Lena Oberbäumer. Satire reiche nicht und deshalb trete sie mit seriöser Politik in den Wahlkampf. So seriös wie ihr Versprechen an die Studierenden: Alle auf die Straße! Was Oberbäumer damit meint, konkretisiert sie nicht – was sie dafür braucht hingegen schon.
Foto: Wanja Hemprich
Michael Gugat – LiB
Im Gespräch mit Paul Reger
„Ich bin ein Macher“ würde der Sprecher des Bielefelder Bündnisses gegen Rechts über sich sagen. Mit der Wähler*innengemeinschaft Lokaldemokratie in Bielefeld will er besonders im Mobilitätssektor eine – zunächst einmal skurril erscheinende – Veränderung machen. Die Seilbahn als ÖPNV. Weltweit gebe es das bereits in vielen Städten. Ein Vorhaben, das auch Probleme schafft. Ein Vorhaben, das aber vor allem ein bestehendes Problem lösen soll.
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Dominic Hallau
Im Gespräch mit Mia Flatt
„Das Update für Bielefeld“ versprechen Die Grünen den Bielefelder*innen mit ihren Wahlplakaten. Ein solches Update könnte in Form einer Bielefeld-App kommen. Aber auch das Klima verdiene ein Update. Mehr Photovoltaik auf Bielefelds Dächern, Stromnetze erneuern und zweieinhalbtausend Bäume für die Innenstadt. Ein Update, was für Hertz 87.9 Redakteurin Mia Flatt gut durchdacht aber vor allem auch teuer klingt. Die wirtschaftliche Lage wolle Dominic Hallau dabei bedenken. Denn er orientiere sich an den Fakten und
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Nicole Reese – LfK
Im Gespräch mit Yule Severins
Hochschulen seien unterfinanziert. Es gebe zu viele prekäre Arbeitszeitverträge im Wissenschaftsbetrieb. Und die Ausstattung der Hochschulen im Rahmen der Forschung sei verbesserungswürdig. Den Eindruck hat Hochschulprofessorin Nicole Reese von den Lobbyisten für Kinder. Die LfK setzt sich aber vor allem – der Name verrät es – für Familiengerechte Politik ein. Wie besonders Studierende von einer Partei profitieren, die sich als Lobbyist*innen für Kinder verstehen, begründet Nicole Reese so:
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Dr. Christiana Bauer
Im Gespräch mit Marcel Wurm
„Zeit für den Wechsel.“ Mit diesen Worten zeigt sich die CDU bereit eine andere Richtung in der Politik zu gehen. Insbesondere die Sicherheit der Stadt sei den Christdemokrat*innen dabei wichtig. Dazu gehört für viele Studierende auch die Sicherheit bezahlbaren Wohnraums. Hertz 87.9 Redakteur Marcel Wurm fragt sich, wie das mit der Abschaffung der Baulandstrategie vereinbar ist und ob die Alternativen die Lebensqualität der Bielefelder sänken. Denn Dr. Christiana Bauer sagt ja über sich selbst:
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Melahat Barlak – BIG
Im Gespräch mit Ingrid Rogalski
„Ich persönlich bin für jede Minderheit und dafür stehe ich auch.“ Irritierende Worte aus einer Partei, für die Ehe ein Zusammenschluss aus Frau und Mann ist. Für das Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit gilt letztere nicht für alle Liebensformen. Melahat Barlak sieht das anders als ihre Partei. Sie teile diesen Ehebegriff nicht. Aber auf lokaler Ebene gebe es gerade drängendere Probleme wie Bildung, generationsübergreifendem Wohnen oder die Umwelt. Jetzt wolle sie sich erst einmal auf die Wahlen konzentrieren und bis dahin gilt für sie:
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