Zehn Gebote waren nicht in Stein gemeißelt

Die Zehn Gebote waren anfangs nicht so starr wie bisher gedacht. Wie der Bibelforscher J. Cornelis de Vos herausfand, wurden sie in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Verschriftlichung sowohl von jüdischen als auch christlichen Gruppen verändert. De Vos betont, es habe viele Änderungen der Zehn Gebote, beispielsweise beim Verbot des Ehebruchs, ohne dass die Zehn Gebote jedoch ausdrücklich abgelehnt oder ersetzt worden seien. Jüdische und christliche Gruppen haben die Verschärfungen oder Erweiterungen des Dekalogs genutzt, um ihre eigene Gruppenidentität zu stärken. Dabei wurden die Zehn Gebote aber als universal und für alle Menschen gültig angesehen.