Fragezeichen Tontechnik: Richtcharakteristika Mikrofone

Frage: Was sind Richtcharakteristika bei Mikrofonen und was für welche gibt es?

Skript: Acht, Kugel, Keule, Niere. Das sind so die typischsten Richtcharakteristiken von Mikrofonen. Einfach gesagt, beschreibt die Richtcharakteristik eines Mikrofons, wie stark ein Signal aus einem bestimmten Winkel vom Mikrofon angenommen wird.
Um euch praktisch vorzuführen, wie welches Mikrofon-Charakteristik klingt, vervierfache ich mich mal eben.

Hullo, Hey, Na, Hi, schön, dass ich da bin. Und jetzt, setze ich mich in einen Kreis.

Als erstes Stelle ich ein Kugelmikrofon genau in die Mitte von mir.
„Rechts“, „Hinten“, „Links“, „Vorne“
Wir ihr hört, bin ich aus allen Richtungen gleich gut wahrzunehmen. Das liegt daran, dass die Kugel omnidircetional, also ungerichtet ist. Sie nimmt alle Seiten gleich gut auf. Die Kugel eignet sich gut für Konferenzen oder Atmosphärische Aufnahmen, wo halt alles um einen herum aufgenommen werden soll.
So, kommen wir zum Nächsten: Ein Achtermikrofon. Das kommt wieder direkt in meine Mitte.
„Rechts“, „Hinten“, „Links“, „Vorne“
Tja, mein linkes und rechtes ich sind nicht mehr so gut zu hören. Achtermikrofone sind nämlich bidirectional, das heißt, ihre Empfindlichkeit richtet sich hauptsächlich in zwei Richtungen: Vorne und hinten. Das eignet sich gut für Interviews, bei denen man sich direkt gegenüber sitzt. Die Acht wird als Charakteristik aber kaum noch verwendet.
So, zur nächsten: Die Keule. Wieder in die Mitte damit:
„Rechts“, „Hinten“, „Links“, „Vorne“.
Die Keule hat durch eine spezielle Bauform des Mikrofons einen sehr stark eingegrenzten Aufnahmeradius. Die Keule ist directional, das heißt, dass sie fast nur den vorderen Bereich sehr eingegrenzt aufnimmt. Keulen-Mikrofone werden vor allem beim Filmdreh verwendet.
Und zur letzten der typischen Mikrofon-Charakteristiken: Das Nierenmikrofon. Ab damit in die Mitte.
„Rechts“, „Hinten“, „Links“, „Vorne“.
Die Niere ist eine Mischung aus omni- und bidrectional, also aus der Acht und der Kugel. Hier ist vor allem mein hinteres ich nicht mehr so gut wahrzunehmen. Hauptsächlich wird gut von vorne aufgenommen. Die Seiten sind etwas schwächer, aber ich kann mich vor dem Mikrofon von noch genug hin und her bewegen, dass ich gut zu hören bin. Nierenmikrofone werden am häufigsten verwendet, egal ob damit Gesang, Gesprochenes oder Instrumente aufgenommen werden.
Und jetzt fusioniere ich mal zurück zu einem Ich. Vorher aber noch ein Omnidirectionales: Auf Wiederhörn!

Autor: Matse Becker