Fragezeichen Tontechnik: Flanger-Effekt

Frage: Was ist der Flanger-Effekt und wie funktioniert er?

Skript: Beim Flanger-Effekt wird das Eingangssignal, also die Stimme oder ein Instrument, in zwei Signalteile aufgeteilt. Und die werden dann zeitlich verschoben in ein Audio-Interface eingeführt, also zum Beispiel in ein Mischpult. Die Zeitverzögerung kann dabei ganz kurz sein, 0,1 Millisekunden. Oder auch länger, bis zu 2 Sekunden..
Die Zeitverzögerung verändert sich beim Flanger während man den Effekt benutzt. Und durch diese Geschwindigkeitsveränderungen verändert sich auch die Tonhöhe nach oben und nach unten. Kreuzt man dann das verzögerte Signal mit dem Originalsignal, dass zeitlich unverändert ist, entsteht genau dieser Sound. Das kann sehr dynamisch, synthetisch, robotisch oder auch psychedelisch wirken.
Entdeckt wurde der Flanger-Effekt übrigens in den 1950er Jahren. Bekannt hat ihn der Erfinder und der Namensgeber der Les Paul Gitarren gemacht. Der hat damals mit parallel laufenden Tonbandmaschienen herumprobiert, die die gleiche Tonaufnahme abgespielt haben.
Durch das mechanische beeinflussen einer der Tonspulen, in dem man sie verlangsamt oder beschleunigt, entsteht der Flanger Effekt. Die mechanische Verzögerung oder Beschleunigung macht man mit dem Finger am Rand der Tonspule, was auf Deutsch Flanschen heißt. Und auf Englisch: Flange. Deswegen auch: Flanger-Effekt.

Autor: Matse Becker