Phantomspannung

Frage: Was ist eine Phantomspannung?

Skript:Sie ist da und doch wieder nicht. Für manche ist sie sogar Unsichtbar. Deswegen „Phantom“-Spannung.
Aber fangen wir mal ganz vorne an: Wofür brauche ich eigentlich eine Phantomspannung?
Man braucht sie am häufigsten für eine bestimmte Art von Mikrofonen – nämlich Kondensatormikrofone. In diesen Mikrofonen gibt es eine Membran auf die man spricht – und die muss durch eine Gleichspannung vorgespannt werden. Das passiert durch die Phantomspannung. Ohne Vorspannung würde die Membran bei der Aufnahme im Ruhezustand schwingen und das führt zu Verzerrungen.
Die Phantomspannung wird meistens durch ein Mischpult, ein Audio Interface oder durch irgendeine externe Spannungsquelle an das Mikrofon geschickt. Die Gleichspannung beträgt dabei normalerweise 48 Volt. Und das aus ganz banalen Gründen. 1966 hat die Firma Neumann im norwegischen Radio ihre neue Kondensatormikrofon Serie getestet. Um da die nötige Gleichspannung zu erzeugen, wurde die vorhandene Betriebsspannung der Zusatzbeleuchtung des Studios benutzt. Und die hatte 48 Volt.
Aber warum jetzt eigentlich Phantomspannung und wieso soll sie unsichtbar sein?
Die gebräuchlichsten Mikrofone im Alltag sind dynamische Mikrofone und die brauchen keine Phantomspannung. Für sie ist die Spannung unsichtbar. Und gleichzeitig ist sie dadurch auch ungefährlich und wirkungslos für dynamische Mikrofone.
Und noch ein Grund, der etwas mehr ins Detail geht. Die Phantomspannung wird üblicherweise über ein XLR-Kabel zum Mikrofon übertragen. Das sind Tonkabel mit 3 Pinnen. Auf 2 von diesen 3 Pinnen liegen die 48 Volt. und zwischen diesen beiden Pinnen kann keine Spannung gemessen werden. Daher „Phantom“-Spannung.

Autor: Matse Becker