Seebrücke fordert: Bielefeld soll “sicherer Hafen” werden

Bielefeld soll aus Seenot gerettete Geflüchtete aufnehmen – das fordert die Aktion Seebrücke Bielefeld in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Pit Clausen. "Seebrücke. Schafft sichere Häfen" ist ein dezentral organisiertes, internationales, zivilgesellschaftliches Bündnis, das sich gegen die europäische Abschottungspolitik sowie insbesondere gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung im Mittelmeer richtet.

Die Seebrücke fordert, Clausen solle Bielefeld als „sicheren Hafen“ deklarieren und damit die Bereitschaft zeigen, aus Seenot gerettete Geflüchtete aufzunehmen. Die Aufnahme würde zwar vom Bund blockiert - Clausen könnte aber zumindest symbolisch ein Zeichen setzen gegen Rechtsruck, Rassismus und Entsolidarisierung, heißt es in dem offenen Brief. Wenn Bielefeld wirklich "bunt und weltoffen" sei, müsse Clausen handeln. Außerdem möchte das Bündnis sich auch an die Fraktionen im Stadtrat wenden und mit einem Bürger*innenantrag die Aufnahme von Geflüchteten fordern.

Andere Oberbürgermeister hätten schon gehandelt – Köln, Bonn und Düsseldorf nennen sich bereits sichere Häfen. Angesichts der Debatte um die Seenotrettung im Mittelmeer und die Aufnahme von geretteten Flüchtlingen, wächst die Bereitschaft in deutschen Kommunen, Geflüchtete vorübergehend unterzubringen. In Bielefeld demonstrierten Ende Juli bereits über 2000 Menschen für Seenotrettung im Mittelmeer.